2 Modelle für die private Pflegezusatzversicherung

Das Thema "private Pflegezusatzversicherung" ist für die meisten so angenehm wie Großreinemachen im Frühjahr. Und vor Schreck fällt Ihnen noch das Bild auf den Fuß. - Dennoch: Pflegezusatz ist wichtig. Denn die staatlichen Leistungen schrumpfen Jahr um Jahr.

Vorsorge durch private Zusatzversicherung Vermutlich sind Sie unangenehm berührt bei dem Gedanken, einst auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Das geht uns allen so. Doch da Sie schon hier sind - denken Sie bitte über diese Aussicht nach. Oder Ihre Eltern sind - jetzt oder in den nächsten Jahren - pflegebedürftig. Die private Pflegezusatzversicherung kann so oder so Ihr Leben erleichtern.

Warum privater Pflegezusatz?

Ohne Vorsorge kann es das letzte Hemd kosten, mit guter Pflege alt zu werden. Dazu nur einige Zahlen:

  • ein Heimplatz kostet zwischen 2.000 und 3.000 Euro, je nach Pflegestufe
  • die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt höchstens 1.688 Euro davon. Den Rest zahlt der zu Pflegende.
  • in über 75 Prozent der deutschen Familien leben die Generationen räumlich weit getrennt (Infas-Studie); vom Zeitaufwand der familiären Betreuung ganz zu schweigen.

Die Zahlen zeigen: Rente und Ersparnisse reichen oft nur kurze Zeit. Wenn die um ist, bleibt nur der Gang zum Sozialamt. Und das heißt, jeder aus der Familie, der (aus Sicht des Amtes) Geld übrig hat, muss zahlen. Darum:

Besser früher eine private Pflegezusatzversicherung abschließen,
als später der mühsame Gang durch die Ämter und Behörden.

Je früher Sie eintreten, desto niedriger die monatlichen Beiträge.

Alterspyramide - darum private Pflegezusatzversicherung

Die Alterspyramide, Stand 1950 (Quelle: Statistisches Bundesamt). Im Jahre 2040 werden die über 70jährigen die stärkste Bevölkerungsgruppe sein. Darum führt kein Weg an privater Vorsorge vorbei.

Tagegeld oder Kostenersatz? - zwei Modelle

Bei Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung zahlt der Versicherer einen bestimmten Tagessatz. Der ist unabhängig von den tatsächlich anfallenden Pflege-Kosten. Wählen Sie dieses Modell, wenn Sie

  • im Alter von der Familie oder Freunden gepflegt werden.
  • ein fest einplanbares Budget haben wollen, unabhängig davon, ob bzw. in welcher Höhe Pflegekosten entstehen.

Die Pflegekostenversicherung zahlt nur bedingt, dann aber mehr. Sie übernimmt einen Teil der Kosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt sind. Alles, was die Pflichtversicherung nicht zahlt, müssen theoretisch Sie zahlen.

Doch Kostenersatz heißt, dass Sie nur einen Teil der realen Kosten tragen, den größten Teil trägt die Zusatzversicherung. Wieviel genau? Den Anteil legen Sie fest. Wählen Sie dieses Modell, wenn Sie

  • vermutlich nicht auf Familie oder Freunde zurückgreifen können, und darum
  • professionelle Betreuung erwarten. Wo (zu Hause, im Alters- oder Seniorenheim) macht hier keinen Unterschied.
  • vermuten, dass Ihre Pflege kostenintensiv werden kann. Das kann zweierlei bedeuten:
  • Dass Sie in einer hohe Pflegestufe ambulant versorgt werden.
  • Oder dass Sie den Lebensabend in einem teuren Heim verbringen wollen.